Meditation im Alltag

Meditation im Alltag - Achtsamkeit entwickeln

von Tatini Petra Buunk


Morgens um sieben: der Wecker klingelt. Ich habe mir angewöhnt, ihn fünf Minuten früher zu stellen, um den Tag bewusster zu beginnen. Ich setze mich auf, meine Augen sind geschlossen und stelle mir nacheinander drei Fragen:

„Wie geht es mir?“
frage ich zuerst...mhmm...ich fühle mich, als ob ein Teil meiner selbst noch in irgendeinem Traum umherwandert, während ein anderer Teil sich gewahr ist, dass ich hier sitze - „allmählich wach werden“ würde ich es nennen. Ich bemerke, dass ich mich wohl fühle, bettwarm und entspannt, noch kein Gedanke oder eine Stimmung zum heutigen Tagesablauf. Ich weiß aus meiner Meditationspraxis, dass Gedanken gewohnheitsmäßig in die Zukunft oder Vergangenheit abdriften und dass, wenn ich mich wirklich im Augenblick befinde, mein Gedankenkarussell langsamer dreht, manchmal still steht.

„Wie ist mein Atem?“
Meine Aufmerksamkeit wandert zum Rhythmus meiner Atembewegung. Ich spüre den Atem gut im Bauch, das leichte Heben und Senken der Bauchdecke, das ganz von selbst geschieht. Mit sanfter Aufmerksamkeit betrachte ich diese Atemwellen und versuche jeden Moment voll mitzuerleben: den Beginn der Einatmung, den Wechsel zur Ausatmung und dann - die kleine Atempause. Ein Moment tiefer Stille in mir, wo nichts geschieht – „herrlich“ kommentiert mein Geist sofort. Ich erinnere mich an mein erstes Meditationsretreat, wo ich erfuhr, dass es nicht so sehr darum geht, positive oder schöne Erfahrungen zu machen, sondern zu üben, jeden Augenblick, sei es ein wohltuender oder stressvoller, mit wohlwollendem Gleichmut zu begrüßen. Na dann, trotzdem „herrlich“!

“Wie fühlt sich mein Körper an?“
Diese Frage lenkt meine Aufmerksamkeit auf meine Körperempfindungen. Der Unterkörper ist noch bettwarm, er ist eingehüllt in die Decke. Mein rechter Fuß kribbelt etwas. Mein Gesicht fühlt sich glatt an, sehr entspannt um die Augen herum. Ich lasse einfach zu, was in das Feld meiner Aufmerksamkeit gelangt, was ich von Augenblick zu Augenblick vordergründig spüre. Ein herzhaftes Gähnen – da klingelt der Wecker ein Zweites Mal – Zeit meine 3 Minuten Atemraum Meditation zu beenden.

Yogaübung

Schnell, effektiv und kraftvoll
Diese Übung werde ich über den Tag verteilt so oft es geht wiederholen, manchmal verkürzt, manchmal etwas länger. Dafür brauche ich nicht einmal die Augen geschlossen zu halten oder mich in eine besondere Sitzposition zu bringen. Das liebe ich an dieser so genannten informellen Meditationsübung, sie ist absolut alltagstauglich. Ich habe mir angewöhnt, sie im Auto vor dem Losfahren und bevor ich aus dem Auto wieder aussteige, zu praktizieren.

Den 3 Minuten Atemraum habe ich im MBSR Training gelernt, einem Stressbewältigungskurs, der die Praxis der Achtsamkeit vermittelt. Achtsamkeit ist eine einfache und zugleich hochwirksame Methode, uns wieder in den Fluß des Lebens zu integrieren und mit eigenen Potenzialen und Ressourcen in Kontakt zu sein. Denn Gegenwärtigkeit fördert Reichtum und Tiefe unserer Möglichkeiten, zu wachsen und uns zu verändern. Wenn wir lernen, auf offene Weise aufmerksam zu sein, erhalten wir die Chance, uns aus der Enge unserer Vorlieben und Abneigungen, Projektionen und Erwartungen zu befreien. Die Grundhaltung der Achtsamkeitspraxis ist akzeptierend und nährend - Leben, Lieben und Arbeiten aus dem Herzen.

Die 3 Minuten helfen die Stress- und Anspannungskurve über den Tag niedrig zu halten. Das Innehalten über das Spüren der eigenen Befindlichkeit, des Atems und der Körperempfindungen vermindert die Stresshormonausschüttung im Körper.

Tatini Petra Buunk

Jahrgang 1965, ist Lehrtrainerin für integrative Entspannungsverfahren, Lehrerin für MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction nach Jon Kabat Zinn) und Heilpraktikerin in eigener Praxis.

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