Der Weg
von Sabine Wagner
Viele von uns machen sich auf – auf den Yogaweg. Er hat von Anfang an eine Kraft, die uns nicht mehr loslässt. Es mag sein, dass wir die eine oder andere Pause einlegen, der Kurs ist zu Ende, der Lehrer wechselt und wir verlieren vielleicht die Lust weiter zu machen. Aber wir vergessen nie, was wir in den Stunden erlebt haben, wir vergessen nie das Körpergefühl, mit dem wir aus den Klassen kommen, die freundlichen und glücklichen Gesichter der anderen Teilnehmer. Deshalb gehen wir – irgendwann – weiter, wollen mehr wissen, anknüpfen an das Erlebte. Irgendwas ist anders an diesem Weg...
Yoga ist ein Weg, der uns zeigt, dass wir schon angekommen sind, wenn wir losgehen.
Diese tiefe Erfahrung machte ich als ich auf einem ganz anderen Weg unterwegs war – dem Jakobsweg. 6 Wochen alleine, zu Fuß durch Spanien. Wenn ich auch nicht allzu oft dazu kam Asanas zu üben – ich war häufig körperlich einfach zu erschöpft – so hat mir das Meditieren und das Singen der Mantren während der Pausen oder währen des Laufens doch immer wieder Kraft gegeben, auch schwierige Situationen zu bewältigen. Meine Erfahrungen mit Yoga haben mir geholfen, einen Schritt nach dem anderen zu machen, das Ziel im Auge zu behalten und trotzdem immer wieder zum Erleben des jeweiligen Momentes zurückzufinden. Bis zu diesem Moment des vollkommenen Einsein mit allem um mich herum, der mein Leben nachhaltig verändert hat – unendlich in Liebe verbunden. Jede anschließende Begegnung mit dem Yoga scheint die vorher gemachte Erfahrung zu vertiefen. Ein Gefühl, als ob jede Zelle des Körpers das Erlebte gespeichert hätte und „Schritt für Schritt“ unumkehrbar in allen Körperebenen verankert.
Viele Begegnungen mit Lehrern und Schülern, das Erkunden unterschiedlicher Yogastile, alle Momente, die wir auf diesem Weg erleben dürfen, führen uns tiefer, näher zu uns selbst. Wir bekommen mehr und mehr eine Ahnung wie sich das anfühlt, das Einssein mit sich und die Verbundenheit mit allem Außen. Und egal welchen Weg wir nehmen, welche Erfahrungen wir machen, wir können sie plötzlich einordnen und erkennen, dass das alles dazugehört – zum Yogaweg.
So ist es mir ergangen und so spüre ich es täglich, wenn ich Yoga übe.
Und es fasziniert mich, andere bei diesem Weg zu unterstützen und zu begleiten, jeden auf seinem Weg – das ist der Grund warum ich unterrichte. Ich sehe in den Augen meiner Teilnehmer, dass sie sich aufgemacht haben – auf den Yogaweg. Und freue mich, dass wir schon angekommen sind – gemeinsam.
Sabine Wagner
Sabine Wagner ist Innenarchitektin, FengShui Beraterin, Yogalehrerin (woyo, Chi Yoga)
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