Birgit Darmisch

Wie eine Karriere in der Kommunikationsbranche im Lotussitz landet

von Birgit Damisch

 

Ich war auf einem guten Weg. Bis ich merkte, dass es gar nicht mein Weg war. Nicht der Weg, den ich gehen wollte. Nicht der Weg der mich glücklich machte und mir die Chance gab Glück weiterzugeben.

Aber von Anfang an.

Ich war durch Zufall in der Kommunikationsbranche gelandet. Aber es gefiel mir und mein Ehrgeiz, kombiniert mit meinem offenen Wesen, brachten mich schnell weiter. So war ich plötzlich als Producerin für die großen Werbekampagnen von Media Markt, Bild und BMW verantwortlich. Ich arbeitete viel, lange und gewöhnte mich an das verrückte Leben in „der Branche“.

Doch wie bei Vielen stellten sich auch bei mir die typischen Stress-Symptome ein -  körperlich wie mental. Ich bezog es auf das Unternehmen, in dem ich arbeitete und entschloss mich, den nächsten Karriereschritt zu gehen. Ich kündigte und ergriff die Chance in die Geschäftsleitung einer anderen Firma aufzusteigen - schöner Nebeneffekt: ich konnte mir drei Monate frei nehmen!

In dieser Zeit wollte ich zur Ruhe kommen. Energie tanken. Neue Inspiration finden. Wie man das eben so macht in „der Branche“. Und ich wollte mir einen Herzenswunsch erfüllen, etwas nur für mich selbst tun: Eine Yoga Lehrer Ausbildung.

Yoga hatte ich durch Zufall im Fitnessstudio kennen gelernt, weil ich versehentlich in den falschen Kurs ging. Im ersten Moment wollte ich wieder gehen. Da saßen alle im Kreis und sangen... Eigentlich nicht mein Ding. Aber ich bin von Natur aus „positiv neugierig“ und blieb. Und ich ließ mich anstecken. Vom Virus „Yoga“. Ich fing an zu lesen und besuchte regelmäßig Kurse.

Ich wollte mehr lernen über Yoga und dachte, die beste Möglichkeit sei eine Intensiv-Ausbildung in einem Ashram (das ist ein klosterähnliches Meditationszentrum). Einfach mal weg sein.

Weil Indien nicht in den Zeitplan mit dem neuen Job passte, wurde es Bayern. Dort wurde eine Ausbildung unter der Leitung von Swami Suddhananda, einem großen indischen Meister, angeboten. Diese vier Wochen sollten mein Leben grundlegend verändern. Auch wenn das Programm extrem anstrengend war und ein Höchstmaß an Disziplin erforderte. Ich wollte es schaffen. Ich stand morgens um fünf auf und ging abends um elf ins Bett. In den wenigen freien Momenten wurde gegessen oder gelernt. Der Körper wurde auf ganz neue Art und Weise belastet. Sitzen war plötzlich eine Herausforderung - vier Stunden am Stück sitzen! Und dabei aufmerksam sein. Nicht zappeln. Aber ich fühlte mich wohl dabei. Ich spürte, dass ich etwas lernte. Das da etwas Neues war, das mich faszinierte. Ein neuer Weg. Ich bestand die Prüfung und war plötzlich Yoga-Lehrerin mit Geschäftsleitungs-Funktion in einer Werbe Post Produktion.

Ich trat meinen neuen Job an. Mit neuem Elan, inspiriert und mit der Hoffnung, dass die neue Aufgabe mich glücklicher machen würde. Nebenbei begann ich Yoga Stunden zu geben. Morning Yoga für Frühaufsteher. Früh aufstehen hatte ich ja jetzt gelernt...

Aber der neue Job war der alte Job, viel Stress, wenig Freude. Ganz im Gegensatz zu den Yoga Stunden. Die machten mir Freude und das Feedback meiner Schüler motivierte mich, auch mehr als die, zum Teil, nörgelnden Kunden aus der Werbung.

Mein letzter Versuch der Werbung zu „dienen“ war verbunden mit einem Städtewechsel. Da ich privat mein Glück in Düsseldorf gefunden hatte und meine Firma mir die Möglichkeit eröffnete, in der dortigen Dependance zu arbeiten, packte ich meine Sachen und zog um. Im Gepäck meine Klamotten, meine liebsten Möbelstücke und der große Wunsch mein eigenes Yoga Studio zu eröffnen.

Dieser Traum nahm immer mehr Platz in meiner Zukunftsplanung ein und so begann ich nach einer Location zu suchen, in der ich Yoga unterrichten konnte. Ich fand die Räumlichkeiten in der Hildebrandstraße 9. Anfangs, ehrlich gesagt, eine ziemliche Baustelle, der heutige Empfangsraum war eine Garage und auch der Rest war äußerst renovierungsbedürftig. Aber was ich vor meinem inneren Auge sah, war genau das, was ich mir vorgestellt hatte.

So beschloss ich eine Entscheidung zu treffen. Konsequent zu sein. Meinen Traum zu erfüllen. Ich kündigte und setzte alle Energie in mein Yoga Studio „Yoga9“. Da stand ich nun. Kurz vor der Eröffnung. Freudig erregt, etwas nervös, aufgeregt aber auch ein klein wenig stolz.

Jetzt möchte ich meine Geschichte vom Glück weiter geben. An Frauen, Männer, Kinder, Ältere. An Schwangere und Gestresste. An Suchende, Erfahrende und Interessierte. Deshalb unterrichte ich auch primär nach Sivananda Art. Eine Yoga Form, die es allen Menschen ermöglicht, sich körperlich zu betätigen, innere Ruhe zu finden, etwas für die Gesundheit zu tun und ein kleines Stück glücklicher zu werden. Dafür sind keine körperlichen Voraussetzungen nötig und persönlicher Erfolg ist garantiert. Aber auch anderen Yogaformen gegenüber bin ich offen und biete daher auch Vinyasa Yoga an, ein fließenderer Yogastyle. Neben den offenen Stunden gibt es bei Yoga9 regelmäßig interessante Workshops und Yogareisen.

Wer mehr über mich, das Yoga9, Hatha Yoga, Vinyasa oder die Sivananda Lehre erfahren möchte, sollte einfach mal vorbeischauen, eine kostenlose Probestunde machen und erkennen, dass Yoga weder hip, noch öko ist. Das Yoga nichts mit Religion, Artistik oder mit sportlichem Wettbewerb zu tun hat.  Und, um Swami Sivananda zu zitieren, „ein Gramm Praxis ist besser, als Tonnen von Theorie“. 

Birgit Damisch

Birgit Damisch, Gründerin von Yoga 9, ist ausgebildet nach der Sivananda Tradition zur „Yoga Siromani“ an der International Yoga School for Selfknowledge Samvit Sagar. Zertifiziert von der international Yoga Federation (IYF) und der European Yoga Alliance (EYA) mit dem internationalen Ausbildungsstandart von 500 Stunden. Birgit Damisch ist Hatha Yoga, Ashtanga Yoga bei Manju Jois, Hormon Yoga bei Dinah Rodrigues und Kinder Yoga Lehrerin. Außerdem verfügt sie über eine 10jährige Praxis als Bodywork- und Aerobicinstructor.

Mehr über Birgit Damisch

Hat Dir die Yoga Geschichte von Birgit Damisch gefallen oder hast Du bestimmte Aspekte vermisst? Bist Du vielleicht einen ähnlichen Weg gegangen oder stehst kurz da vor? Dann schreib uns einfach. Natürlich kannst Du aber auch Mitglieder der Yoga-Community zu Rate ziehen oder im Yoga Forum über Birgit Damisch diskutieren.

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