Michaela May

Michaela May

YogaRelations im Gespräch mit Michaela May. Die bekannte Schauspielerin praktiziert seit langer Zeit Yoga. Nach Ihrem 2007 erschienenen Buch über Yoga, hat sie nun auch die DVD "Mitten im Leben mit Yoga" herausgebracht.  Uns interessiert:


YogaRelations: Wie sind Sie zum Yoga gekommen? 


Michaela May: Eigentlich nach dem zweiten Kind. Ich habe das Gewicht nicht mehr runter bekommen, hatte 5 kg zu viel. Zudem habe ich festgestellt, dass ich mit den Fingerspitzen nicht mehr bis zum Boden kam, wie es mir vorher möglich war durchs Ballett. Und dann dachte ich mir, dass irgendetwas passieren muss. Durch Aerobic hab ich zwar Gewicht verloren, jedoch war es mir zu schrill und die laute Musik lag mir nicht. Dann habe ich eine Bekannte getroffen, die so verändert aussah. Aus dieser introvertierten, in sich gekehrten, etwas krumm gehenden Person war plötzlich ein extrovertierter, schöner Schwan geworden. Ich fragte sie, ob sie frisch verliebt sei? Nein, sie mache Yoga! Und daraufhin habe ich mit Yoga angefangen - eine tolle Möglichkeit meinen Körper wieder biegsamer und in Form zu bekommen. Mit Freundinnen zusammen probierten wir es aus. Später fand ich meine Yogalehrerin, die für mich die richtige Lehrerin ist und mit der ich auch das Yogabuch gemacht habe.


YogaRelations: Wie sieht Ihre tägliche Yogapraxis aus?

Michaela May: Wenn ich in München bin, mache ich immer noch montags mit dieser Gruppe zwei Stunden Yoga. Und wenn ich unterwegs bin, mache ich die Übung, die ich als die machbare für jeden Tag halte: Der Sonnengruß oder Morgengruß. Diese Abfolge von Bewegungen ist für mich die perfekte Übung. Das 12 Mal am Morgen und vor dem Frühstück ist wie Zähneputzen. Wenn ich es nicht mache, fehlt mir etwas.


YogaRelations: Hat sich Ihr Lebensstil durch Yoga verändert?

Michaela May: Ich habe mich auf einen 5-Stunden-Rhythmus mit dem Essen umgestellt, ich esse nur alle fünf Stunden und nichts zwischendurch. Ich trinke auch sehr viel Wasser, warmes Ingwerwasser, Tees und nehme weniger Fett und Milchprodukte zu mir, aber mehr Olivenöl. Ich stelle für mich fest, dass es den Körper weniger belastet. Ich versuche mehr aus der mediterranen Küche zu kochen und nach 21 Uhr nichts mehr zu essen. Ich beschäftigte mich auch mit Ernährung. „Du bist, was du isst.“ Aber jeder muss finden, was ihm persönlich gut tut.

Zitat - Gabriela Bozic

YogaRelations: Wie wichtig ist Ihnen Meditation und Pranayama?

Michaela May: Ich verbinde Mediation und Pranayama immer in meinen Asanas. Zudem mache ich oft die Wechselatmung, die man schnell mal im Büro oder in den Pausen machen kann. Es reinigt den Kopf, die Nase, das Gedächtnis, und es bläst richtig durch. Atemübungen, wie auch die Tiefenatmung, sind super für zwischendurch. Ich empfehle jedem, Atmung von Grund auf richtig zu erlernen und zu verbinden: in der richtigen Haltung, zum richtigen Zeitpunkt und mit der richtigen Geschwindigkeit. Ich finde, dass man sich für die ersten 10 Stunden, wenn man nicht in eine Gruppe gehen möchte, einen Yogalehrer nach Hause holt, mit dem man ganz individuell Yoga kennen lernt. Das kann eine große Hilfe sein.


YogaRelations: Wie hat sie Yoga insgesamt verändert?

Michaela May: Yoga hat mir geholfen, mich in meinen Entscheidungen zu verstärken und das Ja und Nein im Leben klarer zu finden. Gerade bei Entscheidungsfindungen, bei Entschlüssen, auch bei ganz kleinen, weiß ich viel klarer, was ich nicht möchte, mit was ich mich nicht mehr umgeben will, was ich von mir halten will, was mir gut tut und wohin ich mich orientieren möchte. Das bringt einen viel schneller zu dem Punkt, wo man eigentlich hin will. Ich war früher zerstreuter und hab gedacht jeder muss mich mögen, ich muss alles mögen und das bringt einen oft in Sackgassen. Durch Yoga wird man eben fokussierter und klarer.
Vorausgesetzt ist eine Zielrichtung, dass man nicht erwartet, dass immer alles von außen kommt, sondern dass man sich ein Ziel vor Augen setzt und klar darauf hin steuert. Und da hilft Yoga durch seine Zentrierung, weil man in sich gefestigt wird. Und die im Yoga erlernte Ruhe hilft einem auch später Klarheit zu erlangen.


YogaRelations: Wie hilft Yoga Ihnen in Ihrem Beruf?

Michaela May: Wenn ich sehr müde bin, tagsüber gedreht hab, abends noch Theater spielen muss und nur noch wenig Kraft in mir spüre, dann versuche ich mit der Wechselatmung oder anderen Atemübungen mich wieder runter zu bringen, mich zu entspannen. Es ist wie Yin und Yang. Entspannung kann nur mit Anspannung entstehen. Je mehr man entspannt, desto mehr kann man anspannen. Und diese Wechselwirkung ist der Motor, die Antriebskraft, wenn es einem schlecht geht, um sich wieder aufzuraffen und Kraft zu generieren. Es muss gar keine schwierige Asana sein. Held und Baum, zwei tolle Konzentrations- und Balanceübungen, die man super auch in normaler Kleidung machen kann, sind meine Schnelltipps. Und natürlich der Sonnengruß, den man auch ohne Matte auf einem Handtuch im Hotel machen kann. Der Sonnengruß regt meinen Kreislauf optimal an, was mir persönlich gut tut, weil ich einen niedrigen Blutdruck habe. Mit dem Sonnengruß ist meine morgendliche Schlaffheit vorbei, als wenn man in der Früh in einen kalten See springt.


YogaRelations: Was ist Ihr Schlüssel zum Glück?

Michaela May: Der Schlüssel zum Glück ist die Zufriedenheit mit sich selbst. Nur wenn man selbst stark ist, kann man auch von außen Stärke genießen. Ansonsten sucht man und ist stetig unzufrieden mit sich selbst. Unzufriedenheit bringt nur Unglück. Man muss versuchen den eigenen Stand und die persönliche Zufriedenheit zu finden. Wenn man so will: Selbstliebe. Je genauer man seine Ziele präzisiert, umso glücklicher kann man werden. Daher muss man erst einmal mit sich selbst zufrieden sein und zu sich Ja sagen, zu dem wie man sich verhält und mit dem was man tut eins sein. Man muss sich zusprechen: „Das war jetzt so, wie ich es wollte. Das war gut. So habe ich mich gerne. So liebe ich mich!“ Nur dann wird die Selbstliebe nach außen getragen und von anderen angenommen und gespürt. Und dann kommt es zurück zu Dir wie ein Bumerang.  

Zitat - Gabriela Bozic

Mehr über Michaela May

Michaela May zählt zu den gefragtesten und beliebtesten Fernsehschauspielerinnen. Sie ist vielen bekannt als schlagfertige Kommissarin Jo Obermeier aus der Krimiserie "Polizeiruf 110". Sie spielte auch in den Kultserien: „Münchner G’schichten“ und „Irgendwie und Sowieso“. Seit über 15 Jahren praktiziert sie Yoga.

Buchtipp:  "Mitten im Leben mit Yoga
Michaela May, Südwest Verlag, 2007, EUR 16,95

DVD Tipp: "Yoga mitten im Leben
Michaela May, EUR 14,95

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© Südwest Verlag / Christian M. Weiss

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