Interview mit David Lurey
YogaRelations im Gespräch mit dem amerikanischen Yogalehrer David Lurey.
Aus San Francisco stammend, unterrichtet David Lurey mittlerweile Yoga rund um den Globus. Sein Engagement für die Umwelt, sein Gitarrespielen und sein Urvertrauen in die positiven Kräfte des Universums zeichnen ihn aus.
YogaRelations: David Lurey, was ist Dein spezieller Weg, um mit Deinen Schülern in Verbindung zu treten?
David Lurey: „Ich sehe jeden Schüler als ganz individuelle Persönlichkeit, als einzigartige Menschen, die alle mit ihren individuellen Erfahrungen in meine Yogaklasse kommen. Ich versuche deshalb meine Schüler auch immer wieder daran zu erinnern, dass sie die Asanas so machen, wie es ihr Körper in dem Moment zulässt. Mir ist es auch wichtig, dass ich meine eigenen Lebenserfahrungen in meinen Unterricht einbringe; Geschichten, Gleichnisse und immer wieder auch etwas, dass meine Schüler zum Lachen bringt.
YogaRelations: Ein bisschen Show gehört also auch dazu?
David Lurey: „Ja, ein bisschen Show gehört auf jeden Fall dazu. Ich will meinen Schülern etwas mit auf den Weg geben, das ihnen in Erinnerung bleibt. Aber es ist mir auch wichtig authentisch zu bleiben. Mein Unterricht soll nicht wie ein Schauspiel wirken, dass immer wieder aufs Neue abspielt wird. Die Asana-Praxis, die ich unterrichte, orientiert sich meist auch sehr an meiner eigenen Praxis. Denn so kann ich meine eigenen Erfahrungen mit den Positionen am besten an meine Schüler weiter geben. Meine eigene Praxis verändert sich immer wieder und somit auch mein Unterricht.“
YogaRelations: Wie sieht Deine eigene Praxis aus?
David Lurey: „Sie verändert sich ständig und ist abhängig davon, wo ich gerade bin. Im Sommer verbringe ich immer eine Weile auf Mallorca, wo es meist sehr heiß ist. Dort beginne ich meinen Tag mit Asana Praxis zwischen 7 und 9 Uhr am Morgen.“
YogaRelations: Ist Meditation ein Teil Deiner Praxis?
David Lurey: „Ich muss zugeben, dass Meditation in Form einer sitzenden Meditation eine Herausforderung für mich ist. Ich ziehe die bewegte Meditation vor, also den Fokus in der Asana-Praxis. Oder die Meditation während ich Mantren singe.“
YogaRelations: Wie bist Du zum Yoga gekommen?
David Lurey: „Ich lernte Yoga 1996 kennen. Damals arbeitete ich im Hotelmanagement in San Francisco. Das war ein sehr stressiger Job, ich bin kaum zur Ruhe gekommen. Irgendwann sprach mich einer meiner Mitarbeiter an. Er sagte: „Du hast so viel Stress und siehst so ausgelaugt aus. Komm’ doch mal mit zum Yoga. Das wird dir gut tun.“ Meine erste Stunde war eine Vinyasa-Stunde und ich war danach so entspannt, dass ich mehr wollte. Ab da wurde Yoga zu einer wichtigen Routine in meinem Leben. Ich habe dann den Hoteljob gegen einen ruhigeren Bürojob mit humaneren Arbeitszeiten gewechselt. Ab da habe ich fünf bis sechs Mal die Woche Yoga gemacht.“
YogaRelations: Was hat diese regelmäßige Praxis mit Dir gemacht?
David Lurey: „Yoga hat mir eine magische Transformation ermöglicht und mein physisches, mentales und spirituelles Wohlbefinden verbessert. Und dann hat mich das Yoga wirklich verändert. Es ging mir nicht mehr darum viel Geld zu machen oder einen angesehenen Job zu haben. All das war mir nicht mehr wichtig. Ich habe meinen Job in der IT-Firma gekündigt und 2001 ein Teacher Training in San Francisco begonnen. Kurz darauf habe ich mit einem Freund das Studio „Green Path“ eröffnet. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen Entscheidungen auf der Grundlage der Wahrheit und Bedürfnisse in ihrem tiefsten Inneren treffen. Entscheidungen, die zu einem erfüllteren, glücklicheren Leben führen. Denn Entscheidungen auf dieser Basis haben meist positive Effekte. Es dauert oftmals eine Weile, bis diese Effekte auftreten. Bis dahin muss man dem Universum einfach vertrauen! Yoga kann uns dabei helfen, dieses Vertrauen aufzubauen und aufrecht zu erhalten.“
YogaRelations: War die Musik immer schon ein Bestandteil Deines Unterrichts?
David Lurey: „Die Musik war auf jeden Fall immer schon ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben. Ich komme aus einer jüdischen Familie. Wir lieben das Singen! Über diese Liebe habe ich irgendwann die Sanskritmantren und ihre enorme Kraft entdeckt. Meine Gitarre und die Musik haben mir unglaublich viele Türen und Herzen geöffnet. Musik ist eine internationale Sprache, die überall verstanden wird. 2003 habe ich an meinem ersten Kirtan-Workshop mit Jai Utal teilgenommen. Das hat mich sehr bewegt. Seitdem integriere ich die Musik in meinen Unterricht.“
Das Interview führte Daniela Singhal für YogaRelations.
Mehr über David Lurey
David Lurey ist ein Yogalehrer, der rund um die Welt Yoga und Musik an Menschen weitergibt.
David Lurey Yogaconference Germany
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David Lurey und Green Yoga
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