Arganöl

Arganöl - Geschätztes Öl aus dem Südwesten Marokkos

Die Arganie

Auch Eisenholzbaum genannt, ist die Arganie etwa 25 Millionen Jahre alt, und bedeckte damals große Flächen Nordafrikas und Südeuropas. Heute existieren etwa noch 20 Millionen Bäume im Südwesten Marokkos auf einem Gebiet von gerade mal 8000 km2, halb so groß wie Schleswig-Holstein. Diese Region ist sehr typisch, und es besteht eine absolute Symbiose von Mensch, Tier und Pflanze, wie sie in der Welt einmalig ist. Der Arganbaum wächst ausschließlich in der Region Souss-Massa-Draa. Hier leben die Berberstämme der Amazigh (gesprochen Amasirr). Leute, deren Leben und Kultur traditionell von der Arganie bestimmt werden. Etwa 2 Mio. Menschen sind wirtschaftlich von der Arganie abhängig.

Sozio-kulturelle Bedeutung

Weil der Eisenholzbaum als eine der wenigen Pflanzen direkt Sonnenglut verträgt, ist er eine wichtige Hilfe für andere Pflanzen, die Schatten benötigen, um leben zu können. Unter der Krone der Arganie wachsen Gräser und Getreide, von denen die einheimische Bevölkerung lebt. Und so lange sie Getreide anbauen können, bleiben die Bauern auf dem Land und wandern nicht in die Slumgebiete der Großstädte. Der Eisenholzbaum hat deshalb nicht nur eine biologische, sondern auch eine soziale und kulturelle Bedeutung. Soziologen haben errechnet, dass die Arganie über 20 Mio. Arbeitstage pro Jahr für die Berberstämme im Südwesten Marokkos sichert.

Baum des Lebens

Die Arganie ist für die Amazigh der „Baum des Lebens“. Sie versorgen die Berberstämme am Fuß des Atlasgebirges und am Rande der Sahara mit nahezu allem, was sie benötigen: Bauholz, Brennstoff, Nahrungsmittel für Mensch und Tier, Öl und Medizin. Aus ihren dürren Ästen bauen die Amazigh die Gerüste für ihre Lehmhäuser, sie nutzen sie als Brennholz für die Öfen oder köhlern Holzkohle daraus. Die Blätter sind Futter für die Ziegen, und das Öl aus den Argankörnern gilt als eines der wertvollsten Lebensmittel der Welt, in seiner Seltenheit nur vergleichbar mit Trüffeln. Bei seiner Herstellung entsteht Amlou, eine Paste, die erdnussbutterähnlich ist und mit Honig gemischt als kalorienhaltiger, süßer Brotaufstrich dient. Außerdem soll er medizinisch hochwertige Inhaltsstoffe bergen.

Ernte

Die Ernte der Arganfrüchte im Juli, August und September ist schwierig, weil die Arganie nicht mit Maschinen geschüttelt werden kann. Wegen der extrem scharfen Dornen kann auch die Handlese nicht stattfinden. Deshalb warten die Berber, bis die Arganpflaumen von selbst zu Boden fallen, oder schicken ihre Ziegenherden in die Baumkronen. Überall im Land der Amazigh sieht man die Tiere in die Bäume klettern und Blätter sowie Früchte fressen.

Der Baum

Die Arganie (Argania spinosa) gehört zu den Seifenbaumgewächsen, wie Guarana oder Lichi. Es ist die einzige Art, die in Afrika nördlich der Sahara gedeiht. Sie wurde nach dem Ort Argana im Südwesten Marokkos benannt. Es gibt nur noch 20 Mio. Bäume, ausschließlich im Gebiet um die marokkanische Küstenstadt Agadir. Tendenz fallend. Aus unbekannten Gründen hat die Arganie die Reproduktion in den letzten Jahren eingestellt, trotz ihrer großen Überlebensfähigkeit. Es sieht so aus, als wollte sie den Kampf ums Überleben nicht führen.

 

Arganbaum
Arganbaum in der marrokanischen Wüste

Die Frucht

Die Frucht sieht aus, wie eine gelbe Pflaume, verbirgt in ihrem bitteren Fruchtfleisch bis zu 3 Kerne, die in eine extrem harte Schale (16x härter als Haselnüsse) gehüllt sind. Nur jedes zweite Jahr entwickelt der Arganbaum diese Früchte. In Trockenzeiten stellt die Arganie ihre Fruchtbarkeit ein.

Arganöl im Vergleich

Arganöl gilt medizinisch als äußerst wertvoll, weil es über 80% ungesättigte Fettsäuren, Vitamin A, Antioxidantien und eine Reihe von Bestandteilen mit medizinischer Indikation enthält. Vergleicht man verschiedene Öle wie Arganöl aber auch Oliven- und Sonnenblumenöl, so findet man nur im Arganöl die derzeit weltweit erforschten Schottenole und Spinasterol. Beides sind Mittel, die hochsignifikant Krebs verhindern können. So zeigen Wissenschaftler, dass das Krebsrisiko auf das 5fache gesenkt wird. Kein Wunder, dass marokkanische Frauen nicht nur schön, sondern bis ins hohe Alter gesund sind und eine hohe Lebenserwartung haben. Nehmen sie nicht zuletzt täglich morgens einen Löffel Arganöl und einen Löffel Honig als Frühstück.

 

Anwendungsgebiete

Für die Ernährung ist Arganöl sehr wichtig. Es kann wertvoll sein:

 

  • als Cardioprävention (Herzinfarktschutz)
  • gegen Hypercholesterinämie (Fettstoffwechselstörung)
  • bei arterieller Hypertonie (Bluthochdruck)
  • antioxidative Präventionsmaßnahme (gegen Krebs- und Entzündungen)
  • in der Menopause als natürliches Hormon
  • gewichtsreduzierend
  • gegen Akne
  • gegen Haarausfall
  • gegen Alzheimer
  • gegen Neurodermitis
  • bei Durchblutungsstörungen
  • als Anti-Aging-Mittel
  • als Antistressmittel
  • als Radikalfänger

UNESCO

Seit man die Wirkung des Arganbaumes erforscht hat, hat die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) das Argangebiet Marokkos 1998 zum Biospheren-Reservat erklärt. Die Auszeichnung kam nicht nur, weil der Baum so selten geworden ist, sondern auch weil er die Kultur und das Leben der über 2 Millionen Amarzigh-Berber dieser Region beeinflusst, wie keine andere Pflanze.

Mehr über Arganöl

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Hat Dir der Artikel von Dr. Peter Schleicher über Arganöl gefallen oder hast Du bestimmte Aspekte vermisst? Hast Du selbst schon Erfahrungen mit Arganöl? Wir freuen uns von Dir zu hören.

Natürlich kannst Du aber auch Mitglieder der Yoga-Community zu Rate ziehen oder im Yoga Forum über Arganöl diskutieren.

Buchtipp:

Argan-Öl: Die heilende Wirkung des marokkanischen Goldes Dr. Peter Schleicher, Südwest Verlag, 2004, EUR 10,95.

Buchtipp:

Köstliches Arganöl - ein kulinarisches ElixierDr. Peter Schleicher, Südwest Verlag, 2007, EUR 29,95.

Angelika Schreiber Yoga Julie Dagmar Kangro amien mselmani Sat Kiret Kaur Sven Stölzer Kristin Lorenz Suzanne Ziegler lisa beyerlein stefan bollmann Sybille Schabla Angelika Gertloff Thorsten Klööhn Katrin Gerceva Claudia Dollmann Katja Hanel Markus Schupp Max Travel Sabine Eckstein prisca habima

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