Die neue Nachdenklichkeit
von Elisabeth Hafner
Im Yoga geht es um die Schulung der eigenen Empfindung, aber hört diese Schulung der Empfindung nach der Yogastunde auf?
Wir Yoga Lehrende hier im Wendland machen ganz andere Erfahrungen. Der Yoga Weg macht uns empfindsamer für die großen Rhythmen des Lebens, er hilft uns zu verstehen, dass wir als Menschen Teil des Ganzen sind, der ganzen Natur und des ganzen Kosmos. Die Achtsamkeit, die Yoga uns für unser persönliches körperliches und spirituelles Wachstum ermöglicht, die erleben wir hier im Umgang mit Gorleben.
Gorleben, das ist das Symbol für den Glauben an die Erfüllbarkeit von Visionen im Hier und Jetzt. Vor über 30 Jahren machten sich die Bauern mit ihren Treckern auf, um gegen das geplante atomare Endlager in Gorleben zu demonstrieren, das war 1979 und das war der Anstoß für ein neues Denken in unserem Land. Menschen haben angefangen sich selbst, ihren Lebensstil zu hinterfragen und kamen darauf, sich mehr auf ihre eigenen Kräfte und auf ihre eigenen Ideen zu verlassen. Genau in dieser Zeit erwacht auch das neue Interesse am Yoga, neue Wege zu gehen, zu mehr Zufriedenheit, die unabhängiger ist von den materiellen Gegebenheiten.
Ganz vieles was wir heute so selbstverständlich kennen, hat sich aus dieser neuen Fragestellung entwickelt. Wir wollen alle ein gutes Leben führen, in dem unsere Grundbedürfnisse nach Nahrung und Wärme in unseren Wohnungen erfüllt werden, aber wir möchten diese Grundbedürfnisse mit der Natur erfüllen und wir sind überzeugt, dass es geht. So hat sich die Bio-Branche entwickelt, gesunde Lebensmittel zu produzieren, wenig oder gar kein Fleisch zu konsumieren, der ganze Sektor der regenerativen Energien, hier arbeiten heute viel mehr Menschen als in der Atomindustrie. Das ist ein Weg, der gerade jetzt wachsame Gefährten braucht. Wir hören überall die Geschichten der Wirksamkeit der Atomkraftwerke bei den Problemen des Klimawandels und der Stromversorgung. Atomkraftwerke produzieren in erster Linie, höchst wirkungsvoll unlösbare Probleme und in zweiter Linie teuren Strom. Der radioaktive Müll soll für mindestens 1 Million Jahre bewacht und verwahrt werden. Das ist nach dem heutigen Stand der Technik unmöglich. Fliegt uns auch nur ein Atomkraftwerk um die Ohren, so ist unser ganzes Lebenskonzept verstrahlt und es ist für immer aus mit der Erfüllung in der Innerlichkeit und einem Leben in Einklang mit der Natur.
Yoga-Praktizierende und Yoga-Interessierte strahlen oft ein wenig mehr Ruhe, Zuversicht und Gelassenheit aus und wer erleben möchte, wie sich positive Energie auch unter schwierigen Umständen anfühlt und erleben lässt, der sollte zu uns kommen und unser Land und sein eigenes Leben und seine Visionen vor der Bedrohung schützen. Ganz real und konkret wird es dann, wenn der nächste Castor kommt November 2010. Allein die Anwesenheit von möglichst vielen fröhlichen zuversichtlichen Menschen, bewirkt Veränderung auf der unsichtbaren Seite des Lebens und hat schon viele Menschen zum Nachdenken und zu anderem Handeln ermutigt.
Die Kulturelle Landpartie zwischen Himmelfahrt und Pfingsten ermöglicht so viele Begegnungen, Anregungen und Genüsse. Oder einfach einmal den Landkreis erkunden, per Rad, zu Fuß, auf dem Pferd, oder auch mit dem Auto. Sich die kleinen Läden ansehen, sich berühren lassen von den alternativen Energien und einfach diese ganz besondere Landschaft auf sich wirken lassen.
Was jeder tun kann, ist zu einem Stromanbieter wechseln, der beweist, Strom aus regenerativen Quellen ist sauber, zuverlässig und intelligent verwendbar.

Autorin: Elisabeth Hafner
Pädagogin zur psychosomatischen Gesundheitsbildung. Seit 1992 ununterbrochen Kursleiterin für Yoga an Kliniken und beim Bremer Theater, Hochschule für Künste in Bremen. Seit 2007 lebt sie im Wendland und betreibt das Kriwitzer Storchennest, ein Haus der Stille und der Kreativität, mit Platz für acht Gäste.
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